29.12.2013

28.12.1936: Der Trommler (Kleinrichter)


Die jungen Frauen von rechts nach links:
Piffath Katharina (mit „Rute“), Lunova Apolonia, Mausner Katharina (mit „Rute“), Balger Eva, Stern Lissi‘
 
Seppl Balger in Tscheb vor dem Stern-Haus am „Unschuldichkindlsdag“ (Tag der unschuldigen Kinder) mit „Vermeldungen vom Gemeindehaus“.  Am Haus ist auf dem Schild der Name STERN zu lesen (Tischlerei in Tscheb in der Hauptgass‘). Mit den Ruten gab es an diesem Tag (der Nachmittag war ein ½ Feiertag) einen Gebrauch: Die Jugend neckte sich untereinander mit dem Spruch: „Frisch und gsund, frisch und gsund, es beißt dich kein Floh und kein Hund“! Dabei machte man sich einen Spaß, indem man mit der Rute auf den Hintern der anderen „haute“.

28.12.2013

1921 - Dr. Gedeon Dundjerski baut die Hanffabrik

Im Sommer 1921 ließ Dr. G. Dundjerski eine moderne Hanffabrik erbauen. Diese wurde zunächst in der Form einer Aktiengesellschaft gegründet, an der der Großgrundbesitzer, mehrere Tscheber Bauern und Dr. Dembitz aus Palanka beteiligt waren.Direktor der Fabrik war der eigentliche Initiator und Planer derselben, Josef Rennert, der vorher als Buchhalter bei der Firma Matthias Bellan arbeitete. Die AG löste sich aber bald auf, Alleininhaber wurde Dr. Dundjerski.

Angeliefert wurde die Hanffabrik mit Rohstängelhanf von einigen Tscheber Bauern und aus der eigenen Landwirtschaft des Besitzers, später nur noch aus dessen Landwirtschaft.Die Fabrik verfügte über ein eigenes gutes Hanfwasser, Dieses befand sich unterhalb der Fabrik in unmittelbarer Nähe . Es war der Rohrgraben, der wie aus einer Quelle aus 20 Meter Tiefe gespeist wurde und gutes, weiches Wasser hatte. Der Großgrundbesitzer hatte immer eine der besten Hanfqualitäten.Viele Händler und "Hanfmacher" kamen, angelockt durch die gute Qualität des Hanfes, nach Tscheb.

27.12.2013

Der Donau-Dammbruch im Jahre 1924

Tscheb und die Donau
"Ich war damals 13 Jahre alt. Ich entsinne mich aber noch sehr gut auf das Geschehene. Es herrschte eine sehr regnerische Zeit. Das Wasser der Donau schwoll von Tag zu Tag. Die Wellen schlugen schon bis zur Mitte des Dammes. Die Gefahr wurde erkannt. So mussten alle, die über ein "Fuhrzeug" verfügten, Dienst tun. Auch Arbeiter wurden herangezogen. Ja, sogar das jugoslawische Militär tat Dienst.
Wir hatten die Aufgabe, Sand und gefüllte Sandsäcke an den Damm zu fahren. Es war 4 - 5 Tage vor dem Dammbruch. Mein Vater sollte mit 2 Wägen Dienst leisten. Da er selbst nicht konnte, musste ich für ihn einspringen. Unser "Knecht" Valo Andris, der aus Glozan stammte, war mit dabei. Man konnte zu dieser Zeit schon feststellen, dass der Damm an mehreren Stellen durchgeweicht war und das Wasser da und dort durchsickerte. Zu diesen Stellen mussten die Sandsäcke gebracht werden. Wir hatten den ganzen Tag über Angst. Die Gefahr, dass der Damm bricht, war handgreiflich nahe. So stand auch ein Hornist bereit, in dem Augenblick Alarm zu blasen, wo die Katastrophe hereinbricht. Wir hatten daher die Anweisung erhalten, in diesem Fall, das "Ried" auf schnellstem Wege zu verlassen.
Der Damm riss dann am 18. Mai 1924 um 7.30 Uhr ein. Es war an einem Sonntag. Die Leute befanden sich im Hochamt. Kaum, dass der Gottesdienst begonnen hatte, erschien in der "Mittelgasse" der berittene Hornist und blies in sein Horn. In der Kirche ertönte ein Ruf: "Der Damm ist eingerissen!" Und die Menschen strömten an allen Türen hinaus. Man hatte Angst, auch das Dorf könnte überflutet werden. Andere eilten noch ins "Ried", um dort zu retten, was noch zu retten war. Meine Eltern hatten dort verhältnismäßig viel Hanf zum Rösten gehabt. Die ganze Familie und alle Taglöhner eilten hinunter. Wir konnten aber kaum noch etwas von dem Hanf retten. Der allermeiste wurde von den Fluten weggerissen. Das Wasser stieg in schneller Eile.
Ich entsinne mich auch noch darauf, dass einige Tage vor dem Bruch des Dammes zwei Pferde in den Fluten ertranken. Es waren dies die Pferde des Bauern Josef Mayer aus der Bauerngasse."

Erlebnisbericht von Paul Erni, Ungarn (aus dem 10.Tscheber Heimatbrief/Dezember 1981)

24.12.2013

Kirchgang zur Tscheber Christmette

„Ja, es war schön an Feiertagen in der alten Heimat, besonders an Weihnachten. Ich erinnere mich noch sehr gut, als ich als kleines Mädchen mit meinen Eltern zur Christmette ging. Es war grimmig kalt, so dass man den Schnee beim Gehen unter den Füßen krachen hörte und dazu schneite es. Auf dem Wege von meinem Elternhaus bis zur Kirche eilten noch mehrere Menschen in die gleiche Richtung wie wir. Als wir an der Schule vorbei über die Straße auf den Kirchenplatz kamen, herrschte so eine Stille, dass ich den Schnee, welcher auf die Tannen fiel, die neben dem Wege standen, rieseln hörte. Es schien, als wollte man die Stille der heiligen Nacht behüten. Vor der Kirche standen viele Menschen und warteten, bis unsere Heimatglocken mit ihrem herrlichen Klang Mitternacht, die Geburt unseres Christkindes, meldeten. Es war ein Glockenklang, den wohl keiner, der ihn gehört hat, je vergessen kann. Oben, im inneren Teil des Kirchturms, bliesen durch die Jalousien, welche auf jedem Bild unserer Kirche zu sehen sind, zwei Männer - der eine war Peter Scherer, den Namen des anderen Mannes weiß ich nicht mehr - mit ihren Trompeten die schönste Weihnachtsmelodie: „Stille Nacht, heilige Nacht“. Diese herrliche Melodie drang nicht nur in die
dunkle Nacht, sondern auch in die Herzen aller Menschen, welche vor dem Eingang der Kirche standen."
Anna Kozina +

22.12.2013

Eine Begebenheit aus dem vorigen Jahrhundert

Der Bischof hatte sich im Dorf angemeldet, auch die Schule wollt er besuchen. Auf Hochglanz wurde sauber gemacht.Der Lehrer sagte, der Bischof sollte jedes Jahr kommen, damit auch in jedem Jahr so gründlich sauber gemacht werde. Als der Bischof kam, vermisste er Landkarten an der Wand des Klassenzimmers. Er erkundigte sich nach den Karten. Der Lehrer meinte, dass die an jedem Sonntag drüben im Wirtshaus tüchtig gemischt würden. Der Bischof lachte, sagte aber, dass drei Landkarten gekauft werden sollten: Eine von der Batschka, eine von Ungarn und eine von Europa. Da meldete sich einer aus dem Gemeinderat, ein sparsamer Schwabe: "Eine Karte von der Batschka versteh ich, da leben wir ja, eine Karte von Ungarn verstehe ich auch, das ist unser Vaterland, aber wozu brauchen wir eine Karte von Europa? Dorthin kommen unsere Kinder in ihrem ganzen Leben nicht!"
Dass hundert Jahre später seine Nachfahren bis nach Europa und darüber hinaus getrieben werden, konnte der biedere Mann nicht ahnen. Desmol verzehlt der alde Richter, der Ernst Franzvetter, sei Josepp hots ufs Tonband ufgnumm. Die Mariannpäsl hot druff gsagt: "Uff die Dummheide kannsch dich noch erinnere, uf dess, was solsch, nimmer!"lingen)

19.12.2013

Volksschule Tscheb

V.l.n.r. Frau Lilly Dennert, Herr Lehrer Gabs, Mitte Lehrer Hamann, re. Kantorlehrer Stefan Tillinger, Die übrigen drei Frauen sind die serbischen Lehrerinnen Nada Ruza und Jelica.
Lehrer und Lehrerinnen der Volksschule Tscheb, Klassen 1 bis 6, Frau Hengert fehlt, sie war krank.