24.12.2013

Kirchgang zur Tscheber Christmette

„Ja, es war schön an Feiertagen in der alten Heimat, besonders an Weihnachten. Ich erinnere mich noch sehr gut, als ich als kleines Mädchen mit meinen Eltern zur Christmette ging. Es war grimmig kalt, so dass man den Schnee beim Gehen unter den Füßen krachen hörte und dazu schneite es. Auf dem Wege von meinem Elternhaus bis zur Kirche eilten noch mehrere Menschen in die gleiche Richtung wie wir. Als wir an der Schule vorbei über die Straße auf den Kirchenplatz kamen, herrschte so eine Stille, dass ich den Schnee, welcher auf die Tannen fiel, die neben dem Wege standen, rieseln hörte. Es schien, als wollte man die Stille der heiligen Nacht behüten. Vor der Kirche standen viele Menschen und warteten, bis unsere Heimatglocken mit ihrem herrlichen Klang Mitternacht, die Geburt unseres Christkindes, meldeten. Es war ein Glockenklang, den wohl keiner, der ihn gehört hat, je vergessen kann. Oben, im inneren Teil des Kirchturms, bliesen durch die Jalousien, welche auf jedem Bild unserer Kirche zu sehen sind, zwei Männer - der eine war Peter Scherer, den Namen des anderen Mannes weiß ich nicht mehr - mit ihren Trompeten die schönste Weihnachtsmelodie: „Stille Nacht, heilige Nacht“. Diese herrliche Melodie drang nicht nur in die
dunkle Nacht, sondern auch in die Herzen aller Menschen, welche vor dem Eingang der Kirche standen."
Anna Kozina +

22.12.2013

Eine Begebenheit aus dem vorigen Jahrhundert

Der Bischof hatte sich im Dorf angemeldet, auch die Schule wollt er besuchen. Auf Hochglanz wurde sauber gemacht.Der Lehrer sagte, der Bischof sollte jedes Jahr kommen, damit auch in jedem Jahr so gründlich sauber gemacht werde. Als der Bischof kam, vermisste er Landkarten an der Wand des Klassenzimmers. Er erkundigte sich nach den Karten. Der Lehrer meinte, dass die an jedem Sonntag drüben im Wirtshaus tüchtig gemischt würden. Der Bischof lachte, sagte aber, dass drei Landkarten gekauft werden sollten: Eine von der Batschka, eine von Ungarn und eine von Europa. Da meldete sich einer aus dem Gemeinderat, ein sparsamer Schwabe: "Eine Karte von der Batschka versteh ich, da leben wir ja, eine Karte von Ungarn verstehe ich auch, das ist unser Vaterland, aber wozu brauchen wir eine Karte von Europa? Dorthin kommen unsere Kinder in ihrem ganzen Leben nicht!"
Dass hundert Jahre später seine Nachfahren bis nach Europa und darüber hinaus getrieben werden, konnte der biedere Mann nicht ahnen. Desmol verzehlt der alde Richter, der Ernst Franzvetter, sei Josepp hots ufs Tonband ufgnumm. Die Mariannpäsl hot druff gsagt: "Uff die Dummheide kannsch dich noch erinnere, uf dess, was solsch, nimmer!"lingen)

19.12.2013

Volksschule Tscheb

V.l.n.r. Frau Lilly Dennert, Herr Lehrer Gabs, Mitte Lehrer Hamann, re. Kantorlehrer Stefan Tillinger, Die übrigen drei Frauen sind die serbischen Lehrerinnen Nada Ruza und Jelica.
Lehrer und Lehrerinnen der Volksschule Tscheb, Klassen 1 bis 6, Frau Hengert fehlt, sie war krank.

18.12.2013

Die Tscheber Donaumüller

Eine Donaumühle auf der Donau bei Tscheb Die Mühlen schwammen auf der Donau und sahen einem schwimmenden Haus ähnlich. Die Bauern brachten ihr Getreide aus Tscheb und aus den benachbarten Gemeinden zum Mahlen.
Die Tscheber Donaumüller fuhren mit dem Kahn das Mehl aus der Mühle.Die Mühle stand auf dem Donaustrom, dort wo das Wasser die stärkste Strömung hatte. Mitunter standen bis zu zehn Mühlen im Abstand von 150 Metern auf dem Donaustrom. Die Antriebskraft wurde durch die Strömung mittels eines großen Wasserrades erzeugt. Während der Wintermonate wurden die Mühlen wegen Treibeisgefahr in einen Winterhafen gebracht. Das Wasser erreichte während dieser Zeit seinen Tiefstand, sodass die Mühlen dann manchmal trocken standen. Bei dieser Gelegenheit wurden sie gleich instand gesetzt und produktionsfähig gemacht.

Es geschah auch mal, dass der Winter sehr streng war und das Eis so stark wurde, dass Mühlen, die nicht richtig abgesichert waren, zerquetscht wurden. Es gab dann eine Niederlage (Verlust) für den Mühlenbesitzer. Waren es mehrere Besitzer - wie es oft der Fall war - so war der Schaden für den Einzelnen nicht so groß.

Es gab auch Tote durch ertrinken. Der Müller Welsch und seine Frau sind beim Mehltransport ertrunken. Josef Weiß ist - wie einige andere Tscheber Donaumüller, deren Namen mir nicht bekannt sind - auch in der Donau ertrunken.

von Josef Seider (+), Limburgerhof (24. Tscheber Heimatbrief/Dezember 1995)

17.12.2013

1911 - Gesellige Runde beim Frühschoppen

Von links nach rechts: Stefan Lunowa, Mathias Meixner, Michael Wenzler, Josef Balger, Mathias Stern, Nikolaus Mausner, Michael Hausperger und Josef Gol