01.06.2014

In Tscheb hots viel Sacha gewe, awr des a noch!"

Die Matuscha ware a großi Musich-Banda, die hen allweil in zwa Wertsheiser gspielt. Unser Ferger-Michl-Vettr hot, wie unser Großvatter fortgezog war uff Erdewik, nochmol a Musich-Banda zammgstellt. Des war ganz bestimmt in de 30er Jahre, im Reiter seim Wertshaus, beim Gmeindihaus üwr dr Weg.

Der Reibl Andres-Vettr hot uff die Musikante vrgeß in seim Heimatbrief im 1976er Jahr. Do hen domols a paar Baurebuwe un a a paar bessri Buwe getanzt. An dem Dag war grad Stellung un no sin die spiele kum, oweds, far die Rekrute. Die hän Märsch gspielt noch und noch. Freilich, die Musikante von dere Kapell hen nar vum Blatt gspielt, net auswendich. Na ja, unser Michl-Vettr, des war jo d"r Macher, net grad nar so dr Kapellmastr, der hot a misse allweil mitspiele, uffm Fliggelharn.

Uff amal hot mr gheert, dass etwas nett gstimmt hot. Ich bin newr dr Musikante uffgwachs, hab schon bissl was verstande. Bin zum Michl-Vettr hie und hab ihm sage welle, dass oner falsch gspielt hot. Der hot mich gar nett redde glost. "Brauchscht mr gar nix sage, ich hab schun ghert" - und frogt sei Bruder, dr. Niklos-Vettr: "Niklos, do hot was net gstimmt, war des uffm S-Klarinett, bei Dir?" Sagt dr Niklos-Vettr: "Ich hab vum Blatt gspielt, wie oft hab ich dr Radetzky-Marsch in meim Lewe schun gspielt, den kann ich auswendich".

"Aha", no frogt dr Michl-Vettr dr Busch-Franz. "Ja, Franz, war des no bei Dir net in Ardnung uffm B-Klarinett?" - "Ja, wieso?", sagt dr Busch-Franz-Vettr. "Ich hab nar vum Blatt gspielt ..." "Was manscht Du Michl?" Ich hab "Aldi Kamerade" gspielt ....

(Von Stefan Ferger, Graz / 8. Tscheber Heimatbrief/Dezember 1979)

30.05.2014

Kirchweihfest

Im Jahre 1938 - Tscheber Jugend beim
Kirchweihfest im Hof der Gaststätte Adam Karcher. Es spielte die Matuschbanda (Musiker obere Reihe)

28.05.2014

Die Tscheber Donaufischer - Teil 2

Fischer an Land beim Ausbessern (Reparieren) eines Netzes.
Ebenso wie das Anfertigen der Netze (bis zu 30 m Länge) gehörte auch das Ausbessern der Netze
zur Arbeit der Fischer. Da die Netze aus Hanfgarn hergestellt und nicht so stabil waren, mussten
sie häufig ausgebessert werden.
Einmal in der Woche, am Donnerstagmorgen, boten die Fischer auf dem Piaz (Wochenmarkt) an der Kirche in Tscheb selbst ihre Fische an. In der Früh, ab 7.00 Uhr, konnte man dort an den Marktständen schon einkaufen. Die Slowaken kamen  aus Gloczan und boten verschiedenes Gemüse, wie Spinat, Salat, Kartoffeln, Mohn, Nüsse, Wassermelonen, Zuckermelonen u.a.m. an. Aus Begec kamen die Serben mit Paprika, Kraut und allerlei aus Garten und Feld. Auch Haushaltswaren (Töpfe, Geschirr etc.) wurden feilgeboten. Die Tscheber Drechsler verkauften Kochlöffel, Nudelwalker, Nudelbretter, Kartoffelstampfer, Holzschlappen für den Stall und manches andere noch. Unter der Woche kam regelmäßig ein Fischhändler aus Neusatz mit einem motorgetriebenen Boot, an dem ein Kleinkahn hing, an die Donau bei Tscheb. In diesen Kahn, der an den Seiten Löcher hatte, durch die der ständige Wasserstrom Waser durchfließen ließ, kamen die Fische hinein, damit sie lebend blieben. Der Händler kaufte von allen Ortschaften die Fische auf, die nicht verkauft worden waren und transportierte sie auf diese Weise dann frisch zu seinen Kunden. Es waren die Wirtschaften und Hotels in der Stadt.

Eine Redensart in Tscheb war: „In den Monaten, in denen ein ‚r‘ im Monatsnamen vorkommt, soll man Fische essen“, dann sind die Fische gut! Man aß nur frischen Fisch aus der Donau. Die Kühltruhe war noch nicht erfunden. Im Sommer, an der Müllerkerwei, dem Fest der Müller, die an den Donaumühlen Weizen mahlten, wurde an der Donau „Fischpaprikasch“ in hängenden Kesseln gekocht und viele Tscheber kamen dann dorthin zum Essen.

Auch bei anderen Anlässen gingen die Tscheber gerne an die Donau, um das  gute, von den Fischern zubereitete Fischpaprikasch zu genießen. Dafür wurden mindestens sieben Fischsorten verwendet. Die Fischer veranstalteten ihre Feste in eigener Regie an der Donau neben der Tscharda. Im Freien waren dort Tische und Bänke aufgestellt, auf die man sich setzte und es sich in geselliger Runde gutgehen ließ. Im Winter wurde auch gefischt. Dann mussten die Fischer in das Eis Löcher schlagen, in die sie kleinere Netze herabließen. Nach einer Zeit wurden diese mit den Fischen aus dem Wasser auf das Eis gezogen. Es war eine sehr gefährliche, oft lebensbedrohende Arbeit!

27.05.2014

Die Tscheber Donaufischer - Teil 1

Täglich, in den frühen Morgenstunden, gingen die Tscheber Fischer zur Donau an die Tscharda bei Tscheb. Es waren etwa 5-6 Männer, der Guld-Fischer, der Mayer- Fischer, der Trenz-Fischer u.a. Von dort fuhren sie mit ihren Zillen hinaus in ihr Fangrevier, meist Richtung Gloczan - Futok - Neusatz, und warfen ihre großen Wurfnetze aus. Mit viel Geschick konnten die (vorhandenen) Fische mit diesen Netzen sofort eingefangen werden. Gelang dies nicht auf Anhieb, musste der Versuch wiederholt werden, so lange bis genug Fische gefangen waren. Manchmal konnte das lange dauern. Bei den Reusen (Körbe zum Fischfang) musste man warten. Die wurden deshalb auch schon am Vortag gesteckt und am nächsten Morgen geleert. Am Freitagvormittag liefen die Frauen der Fischer (Fischweiwer) mit „Stokarren“ (Schubkarren) durch die Tscheber Gassen und boten die frischen Fische an, die ihre Männer am Morgen gefangen hatten.

Auf einer Seite einer Gasse liefen sie rauf, auf der anderen runter und riefen dabei: „Fiiisch!, Fiiisch! Ribe, Ribe!“ In ihren Körben lagen frisch gefangene Karpfen, Weißfische, Hechte, Aale, „Gareisle“ usw. Nach den „Fiiisch-Rufen“ kamen die Tscheber Hausfrauen mit ihren Schüsseln und Geld aus den Häusern. Je nach Wunsch konnten die Fischerfrauen mit ihren mitgeführten Waagen Gewicht und Fischsorte abwiegen. Dann wurde in den Haushalten Fischpaprikasch (Fischgulasch) gekocht oder es gab ausgebackenen Fisch, oft Karpfen. Beim Durchschnittsbürger war in Tscheb am Freitag „Bohnentag“ (Bohne und Nudel), „narr die bessre Leit henn am Freidag Fisch gess, bloß an Karfreitag henn alli Leit Fisch gess“ so Hans Welsch. Und Katharina Meixner-Heilig weiter: Ebenso gab es an „Adam und Eva“ (24. Dezember) Fisch bei uns zu essen. und Milchbrot (einfacher Hefezopf). Es war nämlich auch ein Fasttag. Die Kinder haben tagsüber oft nur „Blatschguggruz“ (Popcorn) gegessen.

17.05.2014

Persönlichkeiten - Pfarrer Nikolaus Burger

Zum Ehrendomherrn ernannt
"Seine Eminenz Kardinal Dr. Laszlo Lekai, Primas von Ungarn und Erzbischof von Esztergom, hat unseren Landsmann, Pfarrer Nikolaus Burger, am 17. Mai 1981 zum Ehrendomherren von Esztergom ernannt.Esztergom, nordwestlich von Budapest, mit der monumentalen Basilika über der Donau, ist das älteste und bedeutendste Domkapitel Ungarns. Seine Gründung geht zurück auf König Stefan: sie erfolgte um die Jahrhundertwende.

Für Pfr. Nikolaus Burger ist diese Ernennung Ehrung und Verpflichtung, für uns Tscheber Freude und Genugtuung.Pfr. Nikolaus Burger wurde am 02.11.1928 als 2. Kind des Seilermeisters Nikolaus Burger und seiner Frau Anna geb. Nachbar geboren. Damals, an der Wiege in der "Kleinhäuslergasse", wo die Eltern zu jener Zeit noch wohnten, konnte niemand ahnen, welchen Lebensweg dieser kleine Bub noch gehen wird. In Tscheb besuchte er von 1935 bis 1941 die Volksschule beim Tillinger- und Gabs-Lehrer, bei der Dennert-Lehrfrau und schließlich die 6. Klasse beim Direktor Hamann. In der Schule war der sehr lebhafte, gewandte, interessierte und vielseitig begabte kleine Bub - er saß immer in der ersten Bank - stets einer der besten Schüler. Mehrere Jahre war er "Messdiener". Die unbeschwerten Jahre im Heimatdorf waren bald vorbei. Ab 1941 besuchte er in Kalocsa das Gymnasium, das er 1949 mit der Matura abschloss. Damals begann er an der kirchlichen Hochschule in Kalocsa Philosophie und Theologie zu studieren. Das Studium führte ihn weiter nach Szegedin, an die Theologische Akademie Budapest und an die Universität Wien. Am 14. Juni 1954 wurde er zum Priester geweiht. Zwei Jahre hat er dann noch am Päpstlichen Institut für Bibelwissenschaft in Rom studiert. Seit 1969 ist er Pfarrer in Villingendorf.
Nikolaus Burger ist aber auch unser Pfarrer, der Pfarrer aller Tscheber. Wir sind ihm dankbar dafür, dass er alle drei Jahre bei unserem Heimattreffen die Festmesse zelebriert und die zum Nachdenken anregende Festpredigt hält.

16.05.2014

Tscheber Sportlerinnen

Unten von li.: Marisch Allendörfer, Grof Nanschi, Ernst Resi,
oben von li.: Stumpf Leni, Rundag Marie, Grieshaber Marie, Kirsch Hanni