17.01.2014
"Neiji Modi"
In unserem Dorf war jeden Sonntag Tanz in den Gasthäusern. Alte Frauen gingen sehr gerne zuschauen. Von einem Lokal auch ins andere. Da kam so eine "Zuschauerin" in den Saal und hatte den Oberrock umgekehrt angezogen. Einige Frauen riefen ihr zu: "Pewibäsl, Ihr hen eier Rock verkehrt oh!" Sie schaute an sich hinunter und sagte: "Hot do niemand den Rock verkehrt oh? Im annere Wertshaus hen alli so den Rock. Jetzt trackt mer des so!" sagte Pewibäsl schlagfertig. (1. Tscheber Heimatbrief/Dezember 1972 - Auszug aud der Festansprache von Prof. Matthias Hubert, Berlin, beim 1. Tscheber Heimattreffen am 21. Mai 1972 in Reutlingen)
16.01.2014
13.01.2014
Die Mühle im heimlichen Grunde
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| von li. nach re.: Hilde Mayer, Maria Döllinger, Anna Puss, Anika Hamann, Maria Schnapper, Katusch Piffath, Anna Busch, Maria Bernschütz, Vroni Fahr, Kathi Gari, Anna Grof und Lenka Burger |
02.01.2014
Tschewrisch grett
ausgeize = neue Triebe an den Reben ausbrechen
Gnootsch = weibl. Wesen, das nichts fertig bringt, ziemlich langsam arbeitet
Grundkerwel = kleiner Weidenkorb mit zwei Henkeln
gsotz, rumgsotz = gesessen, rumgesessen
Hauszins = Miete
Hendsching = Handschuhe
Kerwl = Körchen aus Weide
ko Macherei = keine Art, geht doch nicht
Kupfer = Koffer
läbsch = geschmacklos (nicht gewürzt)
lochlohm = langsam, lahm, faul, bequem
Gnootsch = weibl. Wesen, das nichts fertig bringt, ziemlich langsam arbeitet
Grundkerwel = kleiner Weidenkorb mit zwei Henkeln
gsotz, rumgsotz = gesessen, rumgesessen
Hauszins = Miete
Hendsching = Handschuhe
Kerwl = Körchen aus Weide
ko Macherei = keine Art, geht doch nicht
Kupfer = Koffer
läbsch = geschmacklos (nicht gewürzt)
lochlohm = langsam, lahm, faul, bequem
29.12.2013
28.12.1936: Der Trommler (Kleinrichter)
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| Die jungen Frauen von rechts nach links: Piffath Katharina (mit „Rute“), Lunova Apolonia, Mausner Katharina (mit „Rute“), Balger Eva, Stern Lissi‘ |
Seppl Balger in Tscheb vor dem Stern-Haus am „Unschuldichkindlsdag“ (Tag der unschuldigen Kinder) mit „Vermeldungen vom Gemeindehaus“. Am Haus ist auf dem Schild der Name STERN zu lesen (Tischlerei in Tscheb in der Hauptgass‘). Mit den Ruten gab es an diesem Tag (der Nachmittag war ein ½ Feiertag) einen Gebrauch: Die Jugend neckte sich untereinander mit dem Spruch: „Frisch und gsund, frisch und gsund, es beißt dich kein Floh und kein Hund“! Dabei machte man sich einen Spaß, indem man mit der Rute auf den Hintern der anderen „haute“.
28.12.2013
1921 - Dr. Gedeon Dundjerski baut die Hanffabrik
Im Sommer 1921 ließ Dr. G. Dundjerski eine moderne Hanffabrik erbauen. Diese wurde zunächst in der Form einer Aktiengesellschaft gegründet, an der der Großgrundbesitzer, mehrere Tscheber Bauern und Dr. Dembitz aus Palanka beteiligt waren.Direktor der Fabrik war der eigentliche Initiator und Planer derselben, Josef Rennert, der vorher als Buchhalter bei der Firma Matthias Bellan arbeitete. Die AG löste sich aber bald auf, Alleininhaber wurde Dr. Dundjerski.
Angeliefert wurde die Hanffabrik mit Rohstängelhanf von einigen Tscheber Bauern und aus der eigenen Landwirtschaft des Besitzers, später nur noch aus dessen Landwirtschaft.Die Fabrik verfügte über ein eigenes gutes Hanfwasser, Dieses befand sich unterhalb der Fabrik in unmittelbarer Nähe . Es war der Rohrgraben, der wie aus einer Quelle aus 20 Meter Tiefe gespeist wurde und gutes, weiches Wasser hatte. Der Großgrundbesitzer hatte immer eine der besten Hanfqualitäten.Viele Händler und "Hanfmacher" kamen, angelockt durch die gute Qualität des Hanfes, nach Tscheb.
Angeliefert wurde die Hanffabrik mit Rohstängelhanf von einigen Tscheber Bauern und aus der eigenen Landwirtschaft des Besitzers, später nur noch aus dessen Landwirtschaft.Die Fabrik verfügte über ein eigenes gutes Hanfwasser, Dieses befand sich unterhalb der Fabrik in unmittelbarer Nähe . Es war der Rohrgraben, der wie aus einer Quelle aus 20 Meter Tiefe gespeist wurde und gutes, weiches Wasser hatte. Der Großgrundbesitzer hatte immer eine der besten Hanfqualitäten.Viele Händler und "Hanfmacher" kamen, angelockt durch die gute Qualität des Hanfes, nach Tscheb.
27.12.2013
Der Donau-Dammbruch im Jahre 1924
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| Tscheb und die Donau |
Wir hatten die Aufgabe, Sand und gefüllte Sandsäcke an den Damm zu fahren. Es war 4 - 5 Tage vor dem Dammbruch. Mein Vater sollte mit 2 Wägen Dienst leisten. Da er selbst nicht konnte, musste ich für ihn einspringen. Unser "Knecht" Valo Andris, der aus Glozan stammte, war mit dabei. Man konnte zu dieser Zeit schon feststellen, dass der Damm an mehreren Stellen durchgeweicht war und das Wasser da und dort durchsickerte. Zu diesen Stellen mussten die Sandsäcke gebracht werden. Wir hatten den ganzen Tag über Angst. Die Gefahr, dass der Damm bricht, war handgreiflich nahe. So stand auch ein Hornist bereit, in dem Augenblick Alarm zu blasen, wo die Katastrophe hereinbricht. Wir hatten daher die Anweisung erhalten, in diesem Fall, das "Ried" auf schnellstem Wege zu verlassen.
Der Damm riss dann am 18. Mai 1924 um 7.30 Uhr ein. Es war an einem Sonntag. Die Leute befanden sich im Hochamt. Kaum, dass der Gottesdienst begonnen hatte, erschien in der "Mittelgasse" der berittene Hornist und blies in sein Horn. In der Kirche ertönte ein Ruf: "Der Damm ist eingerissen!" Und die Menschen strömten an allen Türen hinaus. Man hatte Angst, auch das Dorf könnte überflutet werden. Andere eilten noch ins "Ried", um dort zu retten, was noch zu retten war. Meine Eltern hatten dort verhältnismäßig viel Hanf zum Rösten gehabt. Die ganze Familie und alle Taglöhner eilten hinunter. Wir konnten aber kaum noch etwas von dem Hanf retten. Der allermeiste wurde von den Fluten weggerissen. Das Wasser stieg in schneller Eile.
Ich entsinne mich auch noch darauf, dass einige Tage vor dem Bruch des Dammes zwei Pferde in den Fluten ertranken. Es waren dies die Pferde des Bauern Josef Mayer aus der Bauerngasse."
Erlebnisbericht von Paul Erni, Ungarn (aus dem 10.Tscheber Heimatbrief/Dezember 1981)
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