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| Der erste Turner von links ist Groh Niklos, der zweite Turner Schmidt Konrad. |
29.07.2014
22.07.2014
22.7.1942 - Vier musizierende Freundinnen
17.07.2014
Bei der Tschewer Feierwehr
Mein Großvater, der Gari Franz, war bei der Feuerwehr in Tscheb und
kam nachts oder frühmorgens nach Hause. Er erzählte, was einem seiner
Feuerwehrkollegen, dem Hans (der Familienname liegt der Redaktion vor)
passiert war. „Stell dir vor Nanni, was dem Hans heint passiert is. Der
hott heint wie wiedich glescht, der war widder bsoff. Wie er’s
Feierwehrleide nachts ghehrt hotunn a noch die Kercheglocke glitt
henn,springt d’r Hans aus’m Bett unn rennt halwer im Schloof an de
Kaschde (Schrank) unn will d’r Helm unn sei Feierwehr-Gwand raushole.
Jetzt hot er gwisst, dass dess, was er brauch, alles unne im Kaschde
liegt, awwer bei dem schummriche Licht hot d’r Hans nett viel gsehn. Er
war jo noch im Schloof und hot des Hackl (Feuerwehrbeil) mit dem Gertl
(Gürtel) gsucht, unn no hot des jo ah schnell gehn misse. Jetzt is er ah
noch an de Kaschde nogrennt un is immer wiedicher war, weil er halt des
Hackl und den Gertl nett gfund hott.Uff omol war er „uff’d’r Hechl“ (außer sich) und schreit vor lauter Wut: ‚Chrischtusmariat“ unn werft den ganze Kaschde um. Bei dem Krawaal hot sei Res’ nottert nimma schloofe kenne unn hot sich im Bett uffgsetzt. Wie sie de Kaschde umfliege sickt schreit sie: „Allmächtiger im Himmel!“ Druff schreit d’r Hans: „Jo wenn der do wär, no det des jetzt nett bassiere“!
Es Res’ is nottert ufgstann unn hot ehm de Gertl mittem Hackl gsucht und a gfund. Awwer vor „lauter lauter bressiere“ hot er no de Gertl verkehrt rum okat unn is no bei d’r andre Feierwehrleit uffgfall. Jedenfalls is d’r Hans an dem Owet net mit vollständicher Mondur zur Feierwehr kumm. Wie alles rum war, sinn alli mitnand zum „Karcher-Wert“ gang an die Thek unn henn d’r Dorscht „glescht“.
Nacherzählt von Roland Groh (39. Heimatbrief Dezember 2010)
14.07.2014
Tschewrisch grett
abicke: eine runterhauen (Ohrfeige)
abgwichst: schlau, verschlagen
abzuzzeln: mit heftigen Saugbewegungen ablecken
Aggazzebam: Akazie, Robinie
Agrasel: Stachelbeere
Andigrischt: Antichrist (Schimpfwort: Du wiedicher Andigrischt)
agehn: auf die Nerven gehen
arretiere: festmachen
arschlings: rückwärts, verkehrt
ausgfress: dickleibig
ausgschiss: jemandes Gunst verspielt haben
ausstaffiere: jemand ausstatten
Augeglas: Brille
abgwichst: schlau, verschlagen
abzuzzeln: mit heftigen Saugbewegungen ablecken
Aggazzebam: Akazie, Robinie
Agrasel: Stachelbeere
Andigrischt: Antichrist (Schimpfwort: Du wiedicher Andigrischt)
agehn: auf die Nerven gehen
arretiere: festmachen
arschlings: rückwärts, verkehrt
ausgfress: dickleibig
ausgschiss: jemandes Gunst verspielt haben
ausstaffiere: jemand ausstatten
Augeglas: Brille
12.07.2014
Donau bei Tscheb - Dampferllinie Neusatz-Vukovar
Jeden Tag fuhr die Nabred, ein Personenschiff, von Novisad nach Vukovar und zurück. Sie hielt in Tscheb an, und nahm hier Passagiere mit, die mit ihren Waren in den Sommermonaten auf den Markt in Novisad gingen oder Verwandte in den umliegenden Dörfern besuchten.
06.07.2014
Tschewrisch grett
Backsimbl: Brotkorb
Bagaasch: Lumpenpack
bähen: rösten
Balwierer: Friseur
Basmek: eine Ungeschicklichkeit begangen
Bassama negit: ein Schimpfwort
Batze: einen Haufen, eine Menge (viel)
Bazi: durchtriebener Kerl
Bettjar: des hoscht awer gut hi gedeixelt
Beidl: Beutel, Tasche
Bettschar, Bettjar: Spitzbub
Bagaasch: Lumpenpack
bähen: rösten
Balwierer: Friseur
Basmek: eine Ungeschicklichkeit begangen
Bassama negit: ein Schimpfwort
Batze: einen Haufen, eine Menge (viel)
Bazi: durchtriebener Kerl
Bettjar: des hoscht awer gut hi gedeixelt
Beidl: Beutel, Tasche
Bettschar, Bettjar: Spitzbub
24.06.2014
Das Zimmermannhandwerk - Teil 2
Fahrgelegenheit gab es damals keine. Also wurde der Weg mit Schusters Rappen von Tscheb bis Futog zurückgelegt, von wo es dann mit der Fähre ans andere Ufer ging. Alle 14 Tage war Zahltag und somit auch alle 14 Tage einmal nach Hause zur Familie mit dem Zahltag.Welch große Gebäude hier erstellt wurden, ist daraus zu schließen, dass mein Schwiegervater Johann Gruber und sein Arbeitskamerad Heinrich Gari 3 Monate lang jeden Tag 12 Paar Sparren abgebunden haben. Bei dieser Gelegenheit erzählte er auch folgende Begebenheit:
Die Zimmerleute und Maurer rauchten zur damaligen Zeit größtenteils die Pfeife. Dabei konnte die Arbeit ohne Unterbrechung fortgesetzt werden, denn das Husten gabs in der damaligen Zeit nicht. So saat (sagte) der Bulkeser Jakob zu seinem älteren Arbeitskollegen: "Vetr Jergl, jetzt wirds artlich (ordentlich) angaracht!" Er setzte sich dabei gemütlich hin, stopfte sich die . Pfeife und rauchte sitzend weiter. Nicht gemerkt hatte er, dass der Polier ihn dabei beobachtete. Bei der folgenden Abrechnung fehlten dem Jakob rund 3 Kronen von seinem wohlverdienten Arbeitslohn. Voller Aufregung eilte er zum Verwalter und beschwerte sich. Doch dieser entgegenete ihm ironisch: "Jakob, die Abrechnung stimmt - Vetr Jergl, jetzt wird artlich angaracht!"
Vor dem ersten Weltkrieg - und noch mehr nach demselben - gingen viele Zimmerleute nach Bosnien und fanden dort eine gute Anstellung. So waren dort als Poliere beschäftigt: Johann Scherl, Jakob Hauschberger, Ignaz Menges, Georg Scherl, Josef Fahr und Franz Menges. Mit ihnen zog im Frühjahr jeweils eine ganze Gruppe mit in die Arbeit. Zumeist um dieselbe Zeit, nach Josefi, dem Schutzpatron der Zimmerleute", gings ab. Für die "Herrekerweih", den 15. August, gabs einen kurzen Heimaturlaub, dann noch einmal zurück bis kurz vor Weihnachten. Den Winter über waren die Zimmerleute zuhause. Während dieser Zeit nahmen sie jede Arbeit, die sich in der Heimat bot, an. So z.B. im Walde oder auf der Insel Holz zu fällen oder wenn das Eis auf der Donau oder in deren Nebengewässer dick genug war, Eis zu hacken und dieses in die Eisgruben der Wirte oder der Herrschaft mit dem Pferdeschlitten zu transportieren
Nach dem Jahre 1930 ging es mit den Zimmerarbeiten sehr zurück. Dies hatte zur Folge, dass viele Zimmermänner auf einen anderen Beruf überwechselten. So z.B. wurde Valtentin Scherl Röstmeister, ebenso auch Franz Wenzel, Jani Sarnotzki nahm eine Hausmeisterstelle in Sarajevo an, Anto Schwindl wurde Sodawassererzeuger, Josef Gerg, Johann Speckert und Josef Reith wurden Seiler. Auch ich selbst wechselte auf das Seilerhandwerk und übernahm von meinem Vater die Seilerei und baute dazu noch eine Hechlerei auf.
Im Jahre 1944 waren dann nur noch selbständige Zimmerleute: Georg Scherl, Johann Balger, Franz Gari, Nikolaus Karcher, Peter Gruber. Hierzu ist auch Stefan Ferger zu zählen, der jedoch meist auswärts arbeitete.
von Franz Nachbar, Maximiliansau (7. Tscheber Heimatbrief/Dezember 1978)
Die Zimmerleute und Maurer rauchten zur damaligen Zeit größtenteils die Pfeife. Dabei konnte die Arbeit ohne Unterbrechung fortgesetzt werden, denn das Husten gabs in der damaligen Zeit nicht. So saat (sagte) der Bulkeser Jakob zu seinem älteren Arbeitskollegen: "Vetr Jergl, jetzt wirds artlich (ordentlich) angaracht!" Er setzte sich dabei gemütlich hin, stopfte sich die . Pfeife und rauchte sitzend weiter. Nicht gemerkt hatte er, dass der Polier ihn dabei beobachtete. Bei der folgenden Abrechnung fehlten dem Jakob rund 3 Kronen von seinem wohlverdienten Arbeitslohn. Voller Aufregung eilte er zum Verwalter und beschwerte sich. Doch dieser entgegenete ihm ironisch: "Jakob, die Abrechnung stimmt - Vetr Jergl, jetzt wird artlich angaracht!"
Vor dem ersten Weltkrieg - und noch mehr nach demselben - gingen viele Zimmerleute nach Bosnien und fanden dort eine gute Anstellung. So waren dort als Poliere beschäftigt: Johann Scherl, Jakob Hauschberger, Ignaz Menges, Georg Scherl, Josef Fahr und Franz Menges. Mit ihnen zog im Frühjahr jeweils eine ganze Gruppe mit in die Arbeit. Zumeist um dieselbe Zeit, nach Josefi, dem Schutzpatron der Zimmerleute", gings ab. Für die "Herrekerweih", den 15. August, gabs einen kurzen Heimaturlaub, dann noch einmal zurück bis kurz vor Weihnachten. Den Winter über waren die Zimmerleute zuhause. Während dieser Zeit nahmen sie jede Arbeit, die sich in der Heimat bot, an. So z.B. im Walde oder auf der Insel Holz zu fällen oder wenn das Eis auf der Donau oder in deren Nebengewässer dick genug war, Eis zu hacken und dieses in die Eisgruben der Wirte oder der Herrschaft mit dem Pferdeschlitten zu transportieren
Nach dem Jahre 1930 ging es mit den Zimmerarbeiten sehr zurück. Dies hatte zur Folge, dass viele Zimmermänner auf einen anderen Beruf überwechselten. So z.B. wurde Valtentin Scherl Röstmeister, ebenso auch Franz Wenzel, Jani Sarnotzki nahm eine Hausmeisterstelle in Sarajevo an, Anto Schwindl wurde Sodawassererzeuger, Josef Gerg, Johann Speckert und Josef Reith wurden Seiler. Auch ich selbst wechselte auf das Seilerhandwerk und übernahm von meinem Vater die Seilerei und baute dazu noch eine Hechlerei auf.
Im Jahre 1944 waren dann nur noch selbständige Zimmerleute: Georg Scherl, Johann Balger, Franz Gari, Nikolaus Karcher, Peter Gruber. Hierzu ist auch Stefan Ferger zu zählen, der jedoch meist auswärts arbeitete.
von Franz Nachbar, Maximiliansau (7. Tscheber Heimatbrief/Dezember 1978)
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